#185 Wann ist es eigentlich genug? SANTOSHA UND DIE KUNST DER ZUFRIEDENHEIT
Shownotes
Wann ist eigentlich genug?
Ein Gespräch mit Bernd an seinem 85. Geburtstag hat mich über diese Frage nachdenken lassen. Er sagt von sich: „Ich bin total zufrieden.“ Ein Satz, den ich auch gern so aus vollem Herzen sagen können möchte.
Denn selbst in wunderschönen Momenten meldet sich bei mir manchmal schon der Gedanke an ihr Ende – und damit der Wunsch nach mehr.
In dieser Episode geht es um Santosha, die Zufriedenheit, um das Nicht-Festhalten und um eine vielleicht nicht ganz einfache Übung:
Die Fülle sehen, bevor wir an den Mangel denken.
Es ist genug.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ja, zur Friedenheit.
00:00:01: Darum soll es gehen in dieser Episode!
00:00:03: Ich komme gerade aus Irland zurück und muss euch ein wenig davon erzählen von den Erfahrungen eben genau dort und wie es ausschaut das immer wieder der Wunsch nach mehr bei mir auftaucht.
00:00:15: also Santascha und die Kunst der Zufriedenheit darum geht es in dieser episode.
00:00:20: ich bin Evelyn die Gründerin des Urban Yoga Brems ganz froh dass du wieder eingeschaltet hast und es geht sofort los in seinem Gewächshaus.
00:00:38: Es war einen Tag vor seinem fünfundachtzigsten Geburtstag und er hat mir ganz viel außerhalb Leben erzählt.
00:00:45: Und irgendwann sagt er, weißt du Erwin?
00:00:49: Wenn ich hier in meinem Greenhouse bin zwischen meinen Pflanzenliegen und den Schläfchen mache dann kann ich mir nichts Besseres vorstellen!
00:00:58: Ich bin so zufrieden mit meinem Leben.
00:01:00: Ich habe viel gemacht und nun bin ich hier im Paradies.
00:01:04: Wir leben hier zusammen, können uns versorgen und für die groben Arbeiten habe ich den Dessi.
00:01:09: Der hilft mir ganz wunderbar!
00:01:11: Also was will ich noch mehr?
00:01:13: Ich bin total zufrieden.
00:01:17: Fantastisch das möchte ich gern von dir lernen.
00:01:21: diese Zufriedenheit war meine Antwort aber ich muss zugeben ich weiß noch nicht so genau wie denn wann ist eigentlich genug?
00:01:31: Im Yoga Sutra finde ich dazu einen Gedanken, der erstaunlich gut zu Beersatz passt.
00:01:38: Santosha gehört zu den Yamos und wird meist mit Zufriedenheit oder Genüksamkeit übersetzt.
00:01:45: Patanjali beschreibt das genau hieraus eine tiefe Form des Glücks entsteht – und vielleicht beginnt diese Zufredenheit auch mit einem ganz einfachen Gedanken?
00:01:56: Es ist genug!
00:01:58: Nicht irgendwann, wenn alle stimmen nicht.
00:02:00: Wenn ich noch dies oder jenes erreicht gesehen oder erlebt habe jetzt In diesem moment fehlt nichts und das bedeutet nicht dass nicht noch mehr kommen darf.
00:02:09: natürlich darf es das Ja aber darum geht es jetzt im augenblick nicht.
00:02:15: Santoscha möchte Ich üben indem ich die fülle des moments wahrnehme Und nicht schon daran denke dass er bald wieder vorbei ist.
00:02:24: ja und dann noch die Die Idee von Aparigraha, das ist nicht festhalten und auch das stelle ich fest.
00:02:33: Darf ich üben?
00:02:34: Ja.
00:02:35: Ich möchte so gerne alles Mögliche festhalten.
00:02:38: Das sind nicht nur Dinge sondern noch viel mehr diese schönen Augenblicke Noch ein bisschen mehr davon erleben und bekommen bevor sie verschwinden.
00:02:48: Dabei darf ein schöner Moment vielleicht auch einfach nur schön sein Und dann darf er vorübergehen.
00:02:56: Ja, vielleicht können wir das auch auf der Matte noch besser üben in Erhaltungen wie
00:03:01: z.B.,
00:03:01: wenn der Assana dem Helden sitzt?
00:03:04: Wie sitze ich hier heute?
00:03:06: Wie fühlt sich mein Körper an?
00:03:09: Wo gibt es Grenzen?
00:03:10: Ich will nicht sofort verändern oder korrigieren!
00:03:13: Erst mal wahrnehmen – so ist es jetzt und dann kann ich schauen.
00:03:19: Oder auch dann dass er die Sitzende vorbeugt, wenn die Beine ausgestreckt sind und der Oberkörper sich darüber beugt Sieht scheinbar schlicht und einfach aus, es zeigt uns aber sehr deutlich dass wir immer wieder anfangen mehr zu wollen.
00:03:35: Noch aufrechter noch gestreckter noch besser noch weiter noch tiefer.
00:03:40: Aber was geschieht wenn du für einige Atemzüge einfach mal bei dem bleibst?
00:03:45: Und genau bei dem was jetzt möglich ist nicht weniger tun aber auch nicht ständig mehr verlangen So auch in Triangmuka Eka.
00:04:01: Also wir mischen sozusagen den hellen Sitz und die sitzende Vorbeuge.
00:04:07: Und da spülen wir vielleicht einen Punkt ganz besonders deutlich, nämlich den Wann können wir noch ruhig weiter atmen?
00:04:19: Und dann entscheidest du ganz bewusst hier ist genug.
00:04:23: Bleib Atme!
00:04:25: Spüre nicht danach, was es noch möglich wäre.
00:04:27: Sondern nehmen wahr, was bereits da ist und vielleicht können wir genau so beginnen eben diese Zufriedenheit auch körperlich zu üben.
00:04:37: Und vielleicht kommen wir auch über die Zufredenheit dann deutlich weiter als über das mehr wollen!
00:04:45: Also ätherische Öle habe ich drei Stück dabei, diesmal natürlich wieder wenn es um die Fülle geht Wild Orange.
00:04:51: Immer wieder die Erinnerung daran die Freude des Augenblicks wahrzunehmen was ist jetzt schön?
00:04:57: Was ist eben alles und nicht was fehlt und was darf da noch dazukommen sondern was ist bereits da?
00:05:05: Dann auch Grapefruit Und das steht besonders dafür, dass wir auch so einen wertschätzenden Blick auf den eigenen Körper haben und nicht immer an uns rummäkeln.
00:05:15: Noch besser noch schneller noch kräftiger noch was immer auch sein zu wollen sondern ihn zu spüren und in Wert zu schätzen.
00:05:24: dann habe ich doch Spanish Zage dabei, also das spanische Salbei.
00:05:30: Und hier ist auch die Bereitschaft da unsere eigenen Verletzlichkeit zu begegnen und anzunehmen dass nicht eben jeder schöne Augenblick nur aus Freude besteht manchmal eben auch nicht.
00:05:42: Manchmal liegt dieses Wunderschöne in einem Hauch von Traurigkeit und weil wir wissen dass es nicht bleiben wird Vielleicht müssen wir dieses Gefühl gar nicht losfern, vielleicht können wir dankbar für den guten Moment sein und gleichzeitig akzeptieren dass er vergänglich ist.
00:06:00: Ja mein persönliches Resümee Das möchte ich üben, denn wenn ich zum Beispiel in Irland bin auf einem Schlaussabstürmischen Meer oder wenn ich die Schafe auf der Weide sehe oder durch den Waldstreifen dann bin ich eigentlich schon mit all meinen Sinnen da.
00:06:15: Ich seh das Grün nicht höre des Rauschen!
00:06:18: Ich spüre die feine Gist auf meiner Haut und trotzdem ist manchmal eben immer wieder ganz fein und leise ein Gedanke.
00:06:25: bald ist es vorbei und plötzlich liegt eben mitten in diesem wunderschönen Moment auch ein bisschen Traurigkeit über sein Ende.
00:06:32: Und dann beginnt mein Kopf zu bladen, wann könnte ich die nächste Reise machen?
00:06:36: Wann wieder ans Meer?
00:06:37: Wie bekomme ich mehr davon?
00:06:39: Next!
00:06:40: Genau da möchte ich etwas verändern.
00:06:42: Ich möchte nicht schon an den Mangel denken während ich dort binden in der Fülle stehe.
00:06:46: Ich möchte das Rauschen des Meeres hören.
00:06:48: genug Die Feine gischt auf meine Haut spüren genug Das Grün der Wiesen sehen genug Atmen, es ist genug.
00:07:00: Ja und vielleicht kommt noch mehr?
00:07:01: Gerne!
00:07:02: Aber jetzt ist das gut und ich muss diesen Moment nicht festhalten.
00:07:06: Ich muss nichts hinzufügen Und ich muss nicht versuchen noch mehr aus ihm herauszuholen.
00:07:11: Es darf schön sein und irgendwann darf er vorübergehen.
00:07:16: Es ist genug.
00:07:18: Das soll der Satz sein, der mich in der nächsten Zeit begleitet Und vielleicht kann ich so ein bisschen von dem lernen, was Bernd mit fünfundachtzig zwischen seinen Pflanzen längst gefunden zu haben scheint.
00:07:33: Hier noch ein paar Reflektionsfragen für dich.
00:07:37: In welch schönen Mund im Enten denke ich bereits daran dass sie bald vorbei sein werden.
00:07:46: und was geschieht mit meinem Erleben wenn ich schon nach dem nächsten oder nach mehr suche?
00:07:56: Kann ich die Fülle eines Augenblicks wahrnehmen, ohne ihn festhalten zu wollen?
00:08:04: Und wo schaue ich eher auf das was fehlt als auf das, was bereits da ist.
00:08:13: Kann ich etwas Schönes gehen lassen, ohne das Gefühl zu haben nicht genug davon bekommen zu haben?
00:08:23: Was ist jetzt in diesem Moment schon genug?
00:08:32: Wie immer vielen Dank fürs Zuhören!
00:08:35: Und ich würde mich freuen, wenn du einen Kommentar hier lässt oder diesen Podcast auch teilst.
00:08:41: Wir hören uns nächste Woche wieder!
00:08:43: Vielen Dank, ciao und tschüss deine Evelyn.
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