#184 Das habe ich doch gar nicht gesagt!

Shownotes

Was passiert eigentlich zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was bei uns ankommt?

In dieser Episode geht es um Vikalpa – eine der fünf Bewegungen unseres Geistes, die Patanjali im Yoga Sutra beschreibt. Um Worte, die durch unsere Erinnerungen, Erfahrungen und Erwartungen plötzlich eine ganz eigene Bedeutung bekommen können.

Und um die Frage, wie wir vielleicht ein bisschen klarer hören, feinfühliger sprechen und nicht aus jeder Interpretation gleich einen neuen Trampelpfad auf unserem Geistfeld machen.

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00:00:01: Es geht mir immer wieder so, dass ich das Gefühl habe komplett falsch verstanden zu werden.

00:00:05: Für mich war es klar und eindeutig was ich gesagt habe aber für mein Gegenüber anscheinend nicht.

00:00:10: da wird etwas hineininterpretiert woran ich mich meinem Traum gedacht habe.

00:00:16: Und ja was passierte eigentlich?

00:00:18: Habe ich mich so verkehrt ausgedrückt?

00:00:20: Was ist in meinem gegenüber los?

00:00:22: und vor allen Dingen die spannende Frage gibt es Hinweise im Yoga Sutra dazu wie wir vielleicht besser miteinander kommunizieren können.

00:00:32: Ich sage dir jetzt schon einmal ja, Patanjali hat richtig spannende Ansätze dazu.

00:00:37: deswegen bleib gern dran.

00:00:39: es geht gleich los.

00:00:40: ich bin Evelyn Gründerin des Urban Yoga Brems und ich wünschte jetzt ganz viel Freude!

00:00:57: Aus meiner Sicht ist natürlich alles immer total klar was ich sage.

00:01:01: ich habe da keinen doppelten Boden oder keine versteckten Botschaften aber ich spüre eben manchmal dass es offenbar ganz anders ankommt.

00:01:11: Mein erster Gedanke ist dann natürlich ganz schnell.

00:01:13: Das habe ich da überhaupt nicht gesagt, so war das nicht gemeint.

00:01:18: Aber in letzter Zeit frage ich mich ob ich mir es da vielleicht ein bisschen zu einfach mache Denn mein Gegenüber hört meine Worte eben nicht mit meinem Kopf.

00:01:29: Es bringt seine eigenen Erfahrungen Erinnerungen und vielleicht auch Unsicherheiten und Erwartung Sein eigenes Geistesfeld mit.

00:01:38: Ja also sollte ich häufiger mitdenken Aber wie?

00:01:43: Ich kann schließlich nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen und vorher überlegen, welche zehn Bedeutungen es noch haben könnte.

00:01:50: Vielleicht geht es eher darum mir bewusst zu machen dass etwas das für mich völlig eindeutig ist für einen anderen Menschen eben etwas ganz anderes bedeuten kann eine Zwickmähle für jemanden wie mich der natürlich meistens überzeugt ist doch eigentlich ziemlich genau und eindeutlich zu sagen was sie meint.

00:02:12: Aber was passiert eigentlich zwischen dem, was gesagt wird und dem, das wir hören?

00:02:19: Ja.

00:02:19: Und da begegnet uns Patanjali denn sogar gleich am Anfang des Yoga Sutras beschreibt er die Bewegungen auf dem Feld unseres Geistes – Chitta!

00:02:32: Diese Bewegung nennt er Vretis und eine dieser Bewegungen finde ich jetzt in diesem Zusammenhang ganz besonders spannend und heißt Vikalpa Wie Kalper beschreibt eine Bewegung unseres Geistes, bei der Worte eine Vorstellung in uns entstehen lassen die vielleicht gar nichts mit dem zu tun hat was tatsächlich gesagt wurde.

00:02:56: Wir hören also nicht nur Worte unser Geist macht etwas mit ihnen!

00:03:01: Und vielleicht liegt genau darin die Schwierigkeit.

00:03:05: Wir hören nicht nur unbedingt das, was gesagt wird – wir hören eben auch das, dass unser Geist daraus macht!

00:03:13: Vikalpa ist also so etwas wie die Vorstellung, die aus Worten in unserem Geist entstehen und Vikalpe hat einen richtig dicken Freund und der heißt Smriti.

00:03:26: Das ist die Erinnerung Denn natürlich hören wir einen Satz nicht los, gelöst von allen was wir bisher erlebt haben.

00:03:34: Eben genau diese Erinnerung und Erfahrungen mischen sich ein werden eingeflochten und können beeinflussen welche Bedeutung Worte für uns bekommen.

00:03:45: Ja dann wäre es doch schön wenn ab und zu mal Pramana dazu käme.

00:03:50: Pramana ist eben auch ein Reti und ist für mich diejenige, die auf unserem Geistesfeld noch einmal ganz genau hinschaut.

00:03:59: Die versucht klar zu erkennen was tatsächlich da ist.

00:04:04: Vielleicht legt sie Vikalpa und Spriti den Arm um die Schulter und sagt Komm wir gehen noch einmal zurück!

00:04:12: Was wurde eigentlich wirklich gesagt?

00:04:16: Ja... Und dann gibt es noch Viparaya.

00:04:20: Die Paraya ist das Ganze nur auf der optischen Ebene, denn nicht nur mit Worten.

00:04:27: kann unser Geist etwas falsch einordnen oder ausworten.

00:04:31: Es gibt auch unsere Wahrnehmung, unsere äußere Wahrnehnung die manchmal etwas hinzumogeln.

00:04:40: So ein klassisches Beispiel dafür ist das Seil dass im Halbdunkel auf dem Boden liegt und für einen kurzen Moment sind wir vielleicht davon überzeugt da liegt eine Schlange!

00:04:52: Da ist also tatsächlich etwas aber unser Ehrgeier Geist erkennt es nicht als das, was es wirklich ist.

00:05:00: Spannend oder?

00:05:02: Ja und wenn es dann auf unserem Geistesfelde dunkel wird begegnen wir Nidra dem Schlaf Und auch ihn zählt Patanjali zu den Bewegungen unseres Geistes Selbst wenn wir schlafen und die äußere Welt für eine Weile verschwindet?

00:05:20: Ist unser Geistsfeld nicht leer?

00:05:23: Womöglich sollten wir Chitta genau deshalb ein bisschen besser pflegen, nicht jede Spur immer vertiefen und nicht aus jedem Gedanken gleich einen Trampelfahrt machen.

00:05:36: Sondern hin-und wieder stehen bleiben noch einmal hinschauen oder hinhören und uns fragen was ist wirklich da?

00:05:46: Was wurde wirklich gesagt und was habe ich daraus gemacht?

00:05:54: So entsteht ein bisschen mehr Klarheit und vielleicht gelingt es, uns dann auch mit etwas mehr Güte zu hören.

00:06:04: Auf der Matte!

00:06:05: Was können wir gut üben?

00:06:07: Und natürlich bietet es sich da an Twists also Drehungen zu üben.

00:06:11: sie verändern unseren Blickwinkel und manchmal reicht da eben auch nur so eine ganz kleine Bewegung und plötzlich sehen wir etwas das vorher eben außerhalb unseres Blickfeldes lag Und vielleicht eben auch eine schöne Gelegenheit, unserem Geist dabei zu beobachten.

00:06:27: Also was nehme ich tatsächlich wahr und was füge ich sofort wieder hinzu?

00:06:32: Deswegen lasst uns diesen händigen gedrehten Ausfallschritt üben – erst mal ein bisschen Stabilität dann in die Drehung gehen nicht unbedingt so weit sondern eher aufmerksam!

00:06:43: Genauso auch wie bei Parivrita Ukt Katasana.

00:06:47: hier treffen Kraft Balance und Drehungen aufeinander.

00:06:50: Eine gute Gelegenkeit ruhig zu bleiben, auch wenn es etwas herausfordernder wird.

00:06:55: Und dann natürlich der Drehsitz!

00:06:57: Wir richten uns auf und drehen uns, wir atmen und vielleicht nehmen wir etwas wahr was den Raum in einer ganz anderen Perspektive zeigt.

00:07:08: Als ätherische Öle habe ich dabei Cilantro.

00:07:11: das sind die Blätter des Koriander und Cilantro steht für Klarheit möchte uns dabei unterstützen erst einmal zu sortieren.

00:07:20: Was wurde tatsächlich gesagt und was habe ich selbst hinzugefügt?

00:07:25: Dann noch Koriander, also die Saat des Korianders.

00:07:29: Für Offenheit und Ruhe – denn Korianda möchte eben genau diese Ruhe hineinbringen, die uns vielleicht manchmal fehlt!

00:07:37: Denn ich muss nicht immer sofort wissen, wie etwas gemeint war.

00:07:40: Ich kann einen Moment offen bleiben und beim Gegenüber die Möglichkeit geben, dass es ganz anders gemeint ist als mein erster Gedanke

00:07:49: vermutete.".

00:07:51: Dann noch Lemengras.

00:07:53: Lemengraß unterstützt uns immer wenn wir etwas ablösen wollen.

00:07:57: Nicht jede Interpretation muss festgehalten werden – und nicht aus jedem Gedanken muss ein neuer Trampelfahrt auf meinem Geistesfeld entstehen!

00:08:06: Mein ganz persönliches Resümee.

00:08:09: Ich möchte feinfülliger werden, mehr spüren was vielleicht im Kopf meines Gegenübers passiert wenn ich etwas sage.

00:08:17: Vielleicht bin ich manchmal zu schnell mit meinen Worten und darf mir auch da ein bisschen Zeit nehmen nicht um vorher jede mögliche Interpretation durchzuspielen sondern um mein Gegenüber ein bisschen mehr in Anführungsstrichen mitzudenken.

00:08:32: Und vielleicht darf ich ja auch öfter einfach sagen so war das nicht gemeint.

00:08:36: Es tut mir leid, wenn es so bei dir angekommen ist.

00:08:39: Ohne mich gleich erklären zu müssen!

00:08:41: Denn meine Aussage und die Interpretation meines Gegenübers sind oft nicht dasselbe.

00:08:48: Es gibt also einiges zu tun auf dem Feld meines Geistes – ich schau mal ob ich dieses ein bisschen neu bestellen kann und wer woher ich eine gute Saat bekomme?

00:09:00: Hierhin doch ein paar Reflexionsfragen für dich….

00:09:04: Wann habe ich zuletzt gemerkt dass meine Worte ganz anders angekommen sind, als ich sie gemeint habe.

00:09:12: Und wie reagiere ich wenn mich jemand missversteht?

00:09:17: Erkläre oder verteidige Ich mich sofort!

00:09:23: Kann ich mich in mein Gegenüber hineinversetzen und verstehen warum meine Werte dort vielleicht etwas anderes ausgelöst haben?

00:09:34: Und wo höre ich selbst mehr als das was tatsächlich gesagt wurde?

00:09:42: Welche Erinnerungen oder Erfahrungen mischen sich dabei vielleicht auch ein?

00:09:50: Kann ich eine Interpretation noch einmal loslassen und nachfragen, wie hast du das gemeint.

00:09:59: Was könnte mir helfen mit etwas mehr Klarheit und Güte zu sprechen – und zuzuhören!

00:10:10: In der nächsten Woche mache ich eine kleine Pause, wir hören uns dann in zwei Wochen wieder.

00:10:23: Also bis dahin ganz liebe Grüße deine Evelyn!

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