#182 Sehen, oder doch erst ein Foto? ASMITA – wenn sich das Ich ins Erleben schiebt

Shownotes

Sehen – oder doch erst ein Foto?
ASMITA – wenn sich das Ich ins Erleben schiebt

Ein wunderschöner Sonnenuntergang – und schon ist das Handy in der Hand. Aber warum eigentlich? Möchten wir den Moment festhalten? Ihn teilen? Oder vielleicht auch uns selbst darin sehen?

In dieser Episode geht es um Asmita, eines der fünf Kleshas aus den Yoga Sutras. Um unser Ego, die Vorstellung davon, wer wir sind und wie wir sein sollten – und um diesen kleinen, oft unbemerkten Unterschied zwischen reinem Wahrnehmen und dem Moment, in dem wir uns selbst mit ins Bild bringen.

Was passiert, wenn aus einem Erlebnis ein Teil unseres Selbstbildes wird? Und können wir üben, erst einmal nur zu sehen, zu spüren und zu erleben – ohne uns gleich darin einzuordnen?

Dazu gibt es wie immer Impulse für die Yogamatte, Clary Sage als begleitendes ätherisches Öl und Reflexionsfragen für den Alltag.

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00:00:00: Ich stehe an meinem Wohnzimmer und schaue aus dem Fenster am Abend.

00:00:03: Und was sehe ich?

00:00:04: Ist der wunderpulste Sonnenuntergang!

00:00:07: Ich habe großes Glück, denn mein Balkon geht gern Westen... ...und ich kann sehr häufig diese wundervollen Sonnenuntergänge bestaunen.

00:00:15: Aber was mache ich?

00:00:16: Kaum sehe ich so die ersten Wahnsinnsfarben des erster Impuls nicht das hin schauen sondern wo ist mein Handy?

00:00:24: vielleicht ein Foto oder eine Story Aber wofür eigentlich?

00:00:28: Denn die Fotos schaue ich mir im Nachhinein sehr, sehr selten an.

00:00:32: Ich bin doch da und eigentlich ist auch alles erledigt.

00:00:34: wenn ich nur staune!

00:00:38: Es geht um Asmita, nämlich dieses Bild was wir von uns selber haben.

00:00:45: auch in den wundervollsten Momenten schleicht sich das immer wieder ein.

00:00:50: Ja wie können wir erleben ohne uns selbstständig eben in dieses Bild zu stellen?

00:00:55: Darum soll es gehen in dieser Episode denn wie oft sehen wir dass das Foto manchmal wichtiger ist als das was darauf abgebildet.

00:01:05: Also, lass uns mal gucken was Yoga uns zu bieten hat.

00:01:09: Zu diesem Thema welchen Impulse es setzen kann damit wir uns vielleicht noch einmal neu betrachten in diesem Zusammenhang welche Haltung uns unterstützen und welche ätherischen Öle wir benutzen können.

00:01:21: Ich bin Evelyn Gründerin des Urban Yoga Bremen Und ich freue mich so sehr dass du eingeschaltet hast.

00:01:28: Ich spreche übrigens noch andere Podcasts auf, die sind ganz kurz wie so kleine Snacks zwischendurch.

00:01:33: Da geht es nicht ums Yoga sondern einfach nur ums Leben und ums Lieben.

00:01:38: also wenn du Lust hast schau doch mal durch was du hier finden kannst.

00:01:41: aber jetzt lass uns loslegen mit Asmita.

00:01:50: Tanjali beschreibt im Yoga Sutra die Kläschers.

00:01:54: Es sind fünf fünf Ursachen die dazu beitragen dass wir leiden und eine davon ist Asmita.

00:02:03: Asmitha wird häufig mit Ego übersetzt, und genau darum geht es auch um das Erleben der eigenen Person und die Einordnung dessen wer wir sind.

00:02:16: Natürlich haben wir eine Vorstellung von uns selbst Wer bin ich?

00:02:21: Wie bin ich Und was gehört zu mir?

00:02:25: Und vielleicht auch wie sollte ich sein?

00:02:29: Manchmal verwechseln wir dabei das reine Wahrnehmen mit der Frage, wie wir selbst etwas wahrnehmen.

00:02:37: Also wir schauen nicht einfach nur sondern wir bringen uns selbst mit in das Bild!

00:02:44: Wir erleben nicht nur etwas, wir sehen uns selbst dabei, wie we es erleben und das pasturiert wahrscheinlich so viel häufiger als uns bewusst ist.

00:02:57: Ein schöner Ort ist nicht mehr nur ein schöner ort.

00:03:01: Er wird Teil der Geschichte, die wir über uns erzählen – eine besondere Reise des tolle Essen, der sportliche Körper, die anspruchsvolle Yoga-Haltung, der perfekte Sonntagmorgen!

00:03:17: Wir alle haben eine Vorstellung davon wer wir sind und vielleicht noch mehr davon, wer wir gerne wären?

00:03:26: Und unsere Erlebnisse werden schnell eben Teil dieses Bildes.

00:03:31: Das muss gar nichts unbedingt mit Selbstdarstellung zu tun haben, niemand anders muss es sehen – vielleicht reicht schon der Gedanke?

00:03:40: So sehe ich mich in diesem Erlebnis!

00:03:47: Auf Reisen kann man das manchmal ganz gut beobachten, gerade wenn man irgendwie an so Hotspots ist die beliebte Fotomotive sind.

00:03:54: Also ein wunderschöner Ort, ein toller Aussichtspunkt und noch bevor richtig hingeschaut wird weil Gas Handy rausgeholt!

00:04:03: Die richtige Stelle, die richtige Pose, das passende Lächeln und Fotokontrollieren weiter.

00:04:10: Ich habe das schon so oft beobachtet.

00:04:13: Das gefällt mir nicht, muss ich sagen!

00:04:15: Ich nehme lieber Zeit um etwas wirklich zu sehen und habe nicht so viel Freude daran etwas nur kurz auf ein Foto zu bringen.

00:04:23: Natürlich ist dagegen überhaupt nichts einzubinden.

00:04:25: Wenn es glücklich macht, dann tue es doch einfach!

00:04:29: Aber spannend wird es bei der Frage was war denn eigentlich zuerst das Erlebnis oder das Bild davon?

00:04:35: Und da darf ich mich auch häufig mal fragen... Was ist jetzt eigentlich hier das Wichtigere?

00:04:42: Und genauso auch beim Yoga.

00:04:44: Wir machen Yoga und möchten beweglich oder stark sein, je nachdem was du gerade für so einen Impuls hast.

00:04:49: Oder wir ernähren uns gesund und wir sehen uns als Menschen die gut auf sich achten.

00:04:54: Oder reisen und verstehen uns dann als neugierig oder weltauf.

00:04:58: Oder arbeiten viel und erzählen uns vielleicht dass wir besonders engagiert sind.

00:05:03: Aus etwas das wir tun wird sehr schnell etwas, das wir sind!

00:05:09: Und da wird jetzt Asmita interessant.

00:05:12: Denn was passiert, wenn die Wirklichkeit plötzlich nicht mehr zu diesem Bild passt?

00:05:19: Wenn die schwierige Yoga-Halterk heute nicht funktioniert oder wenn wir plötzlich auf der langersehnten Reise schlechte Laune haben oder es dann doch vielleicht nicht so schön finden wie wir es uns vorgestellt haben und wenn wir überhaupt nicht so gelassend stark unabhängig oder glücklich sind, wie wir uns eigentlich gerne zeigen wollen.

00:05:42: Und vielleicht entsteht genau an diesem Punkt das Leid wo wir nicht mehr nur erleben was gerade ist sondern gleichzeitig daran festhalten wollen wer wir dabei sein sollten.

00:06:00: Ja, wir können das noch sehr gut auf der Yogamatte wieder üben.

00:06:03: Dieses wahre Erleben und nicht uns selbst ins Zentrum stellen wie wir jetzt gerade dabei uns was weiß ich präsentieren sondern Wir können einfach nur die Haltung erleben.

00:06:18: also die Yoga Mathe ist dafür wirklich ein guter Übungsplatz.

00:06:23: Gucken wir uns mal paar einfache Haltungen an, die wir in dieser Woche machen wollen.

00:06:27: Zum Beispiel Tadasana – Die Berghaltung.

00:06:29: Also daran ist jetzt wirklich überhaupt nichts Spektakuläres!

00:06:32: Wir können auch glauben was erreichen oder verbessern sondern wir stehen einfach und unsere Füße wollen wir spüren den Atem wahrnehmen Und für einen Moment nicht fragen mache ich das richtig Sondern nur was es gerade da?

00:06:49: Dann Balasana – die Kindeshaltung.

00:06:51: also Wir liegen zusammengerollt, mehr oder weniger auf der Matte.

00:06:56: Und es gibt wenig zu sehen und auch sehr wenig zu zeigen!

00:07:00: Also eine sehr, sehr gute Haltung um für einen Moment aus diesem ganzen Bewerten wieder herauszukommen sondern einfach nur zu fühlen.

00:07:11: Dann wird Cassana der Baumhaltung.

00:07:13: da brauchen wir auf jeden Fall einen ruhigen klaren Blick Und wir können gleichzeitig aber auch bei uns beobachten, was passiert wenn wir wackelt.

00:07:22: Wenn wir unseren Erwartungen in diesem Bild des Baums sozusagen nicht entsprechen?

00:07:30: Ist es einfach nur der Körper, der gerade Gleichgewicht sucht, wenn das wackelt oder taucht eben sofort wieder diese Bewertung auf?

00:07:38: Das konnte ich doch sonst besser.

00:07:40: und genau da können wir üben die Erfahrung von unserem Bild über uns selbst zu trennen sondern einfach eben in dieser Haltung zu sein.

00:07:52: Dann habe ich noch ausgesucht, ob da wäre das.

00:07:55: Die sind liegenden Held.

00:07:57: Ja hier können wir den Blick vom Außen lösen und die Augen schließen denn es wird vermutlich nicht ganz viel zu sehen geben in dieser Position.

00:08:07: der Körper öffnet sich und der Atem bekommt ganz viel Platz Und wir schauen weniger darauf, wie sich die Haltung darstellt.

00:08:17: Wie sie aussieht.

00:08:18: Sondern wir spüren ganz viel, wie sie sich heute anfühlt und auch weniger jetzt in diese Beurteilung gehen.

00:08:27: Wie viele Bolster oder Blöcke brauche ich heute?

00:08:31: Ich konnte es doch eben letzte Woche so viel besser!

00:08:36: Als ätherisches Öl habe ich dabei Clary Sage, den Muscatella-Saal bei.

00:08:40: Und dieses Aroma möchte uns einfach dabei unterstützen.

00:08:43: welche Vorstellung haben wir denn eigentlich von uns selbst?

00:08:46: Wer bin ich und wie sehe ich mich?

00:08:51: oder wie sollte ich meine eigenen Vorstellung nach eigentlich sein?

00:08:56: und bin nicht so.

00:08:57: Wir werden vielleicht auch noch mal eine sehr wichtige Frage, ne?

00:09:00: Und vielleicht entdecken wir da eben auch genau diese Bilder.

00:09:03: Dieses bin ich so die schon leerlange da sind und die wir kaum noch hinterfragen obwohl ganz was anderes eventuell da ist.

00:09:13: also Claire Selch kann es super gut unterstützen diese Vorstellungen von uns wahrzunehmen und uns gleichzeitig eben auch ermuntern zu sagen den muss sich nicht erfüllen.

00:09:28: Mein ganz persönliches Resümee.

00:09:30: Ich werde weiter Fotos machen, ganz viele sogar denn manche eine Erinnerung ist mir so wichtig dass ich das Bild immer wieder betrachten möchte um mich da hinein zu fühlen.

00:09:41: aber es halt die Frage was ist zuerst?

00:09:44: Das erleben, das wahrnehmen und dann erst das festhalten oder andersrum?

00:09:50: also ich möchte aufmerksamer werden für diese winzigen Momente indem etwas wahrhaftig erlebe und vermutlich werde ich auch weiterhin umschalten, wie ich mich in diesem Erlebnis sehe.

00:10:04: Aber das sollte mir bewusst sein!

00:10:08: Und vielleicht muss sich dafür gar nicht weniger fotografieren sondern einfach öfter.

00:10:13: zuerst wirklich da sein also schauen spüren erleben und wenn danach noch ein Foto entsteht wunderbar.

00:10:25: aber vielleicht darf man manches eben darf manches eben auch einfach nur ein Erlebnis bleiben.

00:10:32: Ja, meine Reflektionsfragen für dich.

00:10:48: In welchen Momenten beobachtest du nicht nur das was geschieht sondern gleichzeitig auch dich selbst darin?

00:10:59: und wann wird aus etwas dass du tust oder erlebst eben ein Teil deiner Identität.

00:11:08: Und was passiert, wenn dein tatsächliches Erleben einmal überhaupt nicht zu deinem Bild von dir passt?

00:11:20: und kannst du einen schönen Moment wahrnehmen ohne dich selbst darin zu sehen?

00:11:28: Komplexes und spannendes Thema.

00:11:31: vielleicht muss man da zwei-drei mal länger nachspüren als es sonst der Fall ist.

00:11:37: Auf jeden Fall wünsche ich dir eine wunderschöne Woche mit ganz herrlichen Erlebnissen, die vielleicht nicht immer sofort eingeordnet und fotografiert werden müssen.

00:11:48: Bis nächste Woche!

00:11:49: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:11:52: Tschüss!

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