#181 Pariṇāma – warum wir möchten, dass alles so bleibt, wie es ist, und gleichzeitig ständig nach etwas Neuem suchen

Shownotes

Veränderung ist großartig. Solange sie mir gefällt.

Wir wünschen uns Abwechslung, neue Erlebnisse und besondere Momente – und gleichzeitig möchten wir manches am liebsten für immer genauso bewahren, wie es gerade ist. Ein ziemlicher Widerspruch.

In dieser Episode geht es um Pariṇāma, das Prinzip der ständigen Veränderung im Yoga Sutra, und um die Frage, warum wir Veränderung einerseits suchen und andererseits so gerne verhindern würden. Was haben Rāga und Dveṣa, Anhaftung und Abneigung, damit zu tun? Und kann uns Viveka, das klare Erkennen, dabei helfen, entspannter mit dem Wandel umzugehen?

Eine Episode über Falten und Fernweh, das vermeintlich Gewöhnliche und die Erkenntnis, dass wir Veränderung vielleicht weder ständig suchen noch aufhalten müssen – weil sie sowieso längst geschieht.

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00:00:01: Also wenn ich es in mein Bad gucke, dann muss ich wirklich über mich selbst lachen.

00:00:04: Denn was sich da für Cremes, Elixiren und andere Drogerie Artikel türmen ist wirklich ein Witz!

00:00:11: Ich möchte krampfhaft jung aussehen... Und es klappt natürlich nicht hinten und nicht vorne, die Falten sind da.

00:00:18: Ich werd älter!

00:00:19: Es ist so aber ich hätte es wirklich gerne anders wenn ich ehrlich bin.

00:00:23: Ja es geht um Veränderung in dieser Episode.

00:00:27: zum einen warum wir immer möchten das alles so bleibt und zum anderen dass man ständig nach etwas neuem sucht.

00:00:33: Die Überschrift lautet Parinama, also lass uns mal gucken was es mit diesem Thema so auf sich hat und was wir dafür Impulse im Yoga Sutra finden.

00:00:42: Natürlich auch welche Asanas für üben und welche ätherischen Öle wir benutzen.

00:00:47: Es geht gleich los, aber vorher habe ich noch einen Vorschlag für dich.

00:00:51: Denn es sind so viele Gedanken in meinem Kopf die jetzt nicht immer nur unbedingt was mit Yoga zu tun haben.

00:00:57: tatsächlich und da mache ich so Gedankensnacks im Moment raus unter der Überschrift Leben und Lieben.

00:01:04: Ja vielleicht hast du Lust den ein oder anderen Snack mal zu kosten?

00:01:07: Schau einfach hier im Podcast oder trage dich in unserem Newsletter dafür ein dass du immer informiert bist!

00:01:15: auch mal zu mir als Person.

00:01:16: Ich bin Evelyn, die Gründerin des Urban Yoga Brems und ich bin ganz glücklich dass du wieder eingeschaltet hast.

00:01:23: deswegen will ich sofort loslegen.

00:01:30: natürlich kann pflegen so viel wie ich will, mit der teuersten und neusten koreanischen Skincare.

00:01:37: Und das werde ich vermutlich auch weiter tun.

00:01:40: aber die Veränderung lässt sich eben einfach nicht aufhalten.

00:01:43: Es werden Falten dazu kommen vielleicht auch ein Paddell.

00:01:46: mein Körper verändert sich ganz egal wie viele Versprechen die Aufschrift auf meinem nächsten Serum auch klingt.

00:01:54: Komischerweise sieht meine Haltung zur Veränderung an anderer Stelle vollkommen anders raus.

00:02:00: Da kann mir Veränderungen gar nicht schnell genug gehen!

00:02:04: Ich möchte mich schließlich nicht mit dem gewöhnlichen abfinden, ich möchte neues entdecken, Abwechslung haben und Reisen!

00:02:12: ausprobieren.

00:02:13: Das nächste Restaurant in Bremen, ein Ort an dem ich noch nie gewesen bin – ein neues Erlebnis!

00:02:18: All das darf kommen, denn irgendwie habe ich immer das Gefühl dass das Leben doch viel bunter und schöner und vielleicht sogar ein bisschen intensiver ist wenn ich viel Neues erlebe.

00:02:29: Das ist doch eigentlich ein ziemlich interessanter Widerspruch.

00:02:33: auf der einen Seite möchte Ich die Veränderung unbedingt verhindern und auf der anderen Seite suche ich ständig nach ihr.

00:02:42: Wir finden den Begriff von Parinama im Yoga Sutra, was so viel bedeutet wie alles wandelt sich.

00:02:52: Wörtlich lässt es sich übersetzen mit Wandlung, Veränderung, Transformation oder Übergang in einen anderen Zustand und Patanjali bringt diese Veränderlichkeit mit duka dem Leiden in Verbindung.

00:03:09: also Alles was wir erfahren unterliegt der Veränderung eben auch das Schöne und Angenehme.

00:03:17: Wir können es nicht dauerhaft festhalten, und genau das gefällt uns Menschen natürlich nicht besonders gut!

00:03:25: Wir möchten Veränderungen gerne selbst bestimmen.

00:03:29: also bitte Creme, tu was du versprichst aber wann machen wir eigentlich die nächste Sause?

00:03:35: Also Patanjali beschreibt zwei Mechanismen, die dabei in uns wirken.

00:03:40: Das eine ist Raga und das andere Dvesa.

00:03:44: Raga bedeutet so viel wie bitte bleibt genau so!

00:03:50: Und dieses Anhaften – das ist ein ganz starker Impuls.

00:03:56: also all das was wir als angenehm erfahren daran möchten wir gerne anhaften.

00:04:04: Wenn etwas schön ist, möchten wir es behalten.

00:04:07: Und genau hier kann bereits Duka beginnen – also das Light beginnen!

00:04:13: Denn aufgrund von Pardinama dem ständigen Wandel wissen wir eigentlich längst auch das Angenehme wird sich verändern.

00:04:23: Also der Wunsch, dass Schöne für immer genauso zu bewahren wie es gerade ist richtet sich also gegen etwas, was wir überhaupt gar nicht verhindern können….

00:04:33: Im Gegensatz Stars zu sagt Dresa bloß weg damit.

00:04:37: Also, Dreser bezeichnet die Abneigung gegenüber dem was wir als unangenehm empfinden und vielleicht kann das sogar das ganz vermeintlich Gewöhnliche sein.

00:04:48: also schon wieder Montag schon wieder dieselbe Strecke schon wieder der normale Alltag also muss etwas Neues her.

00:04:57: Wir hängen damit manchmal zwischen zwei Polen fest.

00:05:01: Das Gute soll sich bitte nicht verändern und das gewöhnliche oder schwierige möglichst schnell!

00:05:08: So, was reden Patanjali nun an dieser Stelle?

00:05:11: Ein wichtiger Schlüssel ist Viveka – und Viveka ist die Fähigkeit zur klaren Unterscheidung.

00:05:20: Viveka bedeutet hier für mich möglichst klar zu erkennen, was gerade in mir passiert.

00:05:26: Also, kann ich diesen schönen Moment wirklich für immer bewahren?

00:05:32: Nein.

00:05:33: Wird das nächste neue Erlebnis mir dauerhaft die Glückseligkeit bringen, die ich mir davon verspreche?

00:05:39: Wahrscheinlich ebenfalls nicht!

00:05:41: Ich kann also üben diese Mechanismen immer früher zu erkennen.

00:05:46: und dann kommt die nächste Übungsstufe nämlich Santoscha – Die Zufriedenheit.

00:05:53: Die darf mehr Raum bekommen.

00:05:55: Das heißt nicht, ich muss mich immer mit allem zufrieden geben sondern als Wertschätzung dessen was gerade da ist.

00:06:05: Ich darf Veränderung zulassen und ich darf gleichzeitig auch das alltägliche Ehren.

00:06:11: Demnach muss sich Veränderungen weder krampfer verhindern noch ständig nach ihr suchen denn sie findet ja sowieso statt.

00:06:21: Welche Assernass können wir üben?

00:06:23: Und natürlich kannst du dir vorstellen, was dran ist.

00:06:25: Nämlich das ganz Gewöhnliche!

00:06:28: Das wollen wir mal neu erleben in der kommenden Woche – dass was so total unspektakulär ist.

00:06:34: Also ganz normale Assernassen bei denen wir vielleicht denken weiß ich kenne ich kann nicht und genau dort beobachten wir dann Parinama denn Du bist heute nicht die selbe Person, die gestern in dieser Haltung war.

00:06:49: Dein Körper ist ein klein wenig anders.

00:06:51: Deine Atmung ist anders, deine Stimmung ist anders und vielleicht fühlt sich eine vertraute Haltung plötzlich auch vollkommen anders an!

00:07:01: Und deswegen üben wir Chandrasana unseren tiefen Ausfallschritt den wir schon hunderttausendmal geübt haben und in dem wir ganz besonders gut wahrnehmen können dass vielleicht auch die beiden Körperseiten heute tatsächlich ganz unterschiedlich sich anfühlen.

00:07:15: Oder Vera Patrassana I, der Krieger I diese kraftvolle und gleichzeitig öffnende Haltung?

00:07:22: Vielleicht standst du schon unzählige Male im Krieger III Und trotzdem kannst Du heute vielleicht etwas beobachten was Du noch nie gefühlt hast!

00:07:31: Und genau das gleiche auch in Krieger II, Vera Patrasana II.

00:07:36: Wie fühlt es sich heute an?

00:07:37: Stabil oder eher anstrengend Weit oder eher eng Unruhig oder ganz gechillt.

00:07:45: Dann haben wir noch Utitapasvakonasana, also der gestreckte seitliche Winkel schon ein bisschen Kraft und Weite die wir hier zusammen bringen müssen Und da können wir wieder wahrnehmen wie fühlt sich das heute an?

00:07:58: Innerhalb ein paar von Atemzügen kann sich auch da etwas verändern in dieser gleichen Haltung sogar im Moment danach.

00:08:07: Also diese kurzen Abschnitte bringen uns schon so viel Veränderung Und letztlich noch ein Drehsitz, sodass wir alle verschiedenen Positionen in dieser Woche einmal in der Praxis üben können.

00:08:21: Nämlich Adramadjandrasana – also der Drehsitz!

00:08:24: Es wird nicht ganz so intensiv von der Kraft her aber wir drehen uns mit dem Anspruch ja auch nicht irgendwo anzukommen sondern einfach zu beobachten wie sich die Haltung Atemzug für Atemzug verändert.

00:08:40: Wir müssen also gar nicht nach einer neuen spektakulären Haltung suchen.

00:08:44: Wir schauen, was in einer gewöhnlichen Haltung heute anders ist!

00:08:51: Als heiterische Öle habe ich dabei Grapefruit.

00:08:55: Hier steht im Zentrum diesen liebevollen und respektvollen Umgang mit unserem eigenen Körper auch zu etablieren, nicht ständig beurteilen, optimieren, verändern zum Positiven.

00:09:07: Sondern wahrnehmen was der Körper wirklich braucht!

00:09:10: Ich möchte meinen Körper wahrnehmen, respektieren und annehmen und auch während er sich vielleicht hin und wieder in eine Richtung verändert die wir uns anders wünschen.

00:09:20: Dann noch Peppermint.

00:09:22: Also kann uns auch gerade eben dann unterstützen, wenn wir Veränderungen doof finden.

00:09:27: Wenn wir eher möchten das alles so bleibt.

00:09:29: Denn es steht für Klarheit und eine neue Kraft!

00:09:33: Wenn wir vielleicht Gefühlen oder Entwicklungen lieber ausweichen würden, dann kann Pepper und Ment uns hier wunderbar unterstützen.

00:09:42: So mein ganz persönliches Resümee.

00:09:44: ich möchte wirklich lernen zu akzeptieren denn was soll das denn eigentlich?

00:09:48: Ich möchte genauso aussehen, wie ich mich fühle.

00:09:51: Also jünger natürlich!

00:09:53: Aber mein inneres Alter und mein Spiegelbild scheint da eben manchmal einfach unterschiedlicher Meinung zu sein.

00:09:59: Und vielleicht darf ich auch zunehmend erkennen Mein Körper verändert sich, mein Gesicht verändert sich Ich veränder mich Und ich muss das auch nicht immer toll finden aber ich kann aufhören so zu tun als könnte ich es verhindern.

00:10:13: Manu Mann, ich weiß jetzt schon dass das eine Herausforderung wird aber ich probiere es Und weiterhin werde ich trotzdem alles benutzen, von dem ich glaube das es meine Haut gut tut.

00:10:22: Nur ich erwarte eben nicht mehr die riesigen Wunder und genauso möchte auch meinen Blick auf das gewöhnliche, auf das alltägliche verändern Denn wenn Parinama stimmt und sich ohnehin ständig alles wandelt dann hat mein ganz normaler Alltag unglaublich viel zu bieten.

00:10:39: Ich muss also nicht permanent nach dem neuen Erlebnis suchen damit mein Leben lebendig bleibt.

00:10:46: Natürlich freue ich mich trotzdem riesig auf meine nächste Reise.

00:10:49: Das wird sich ganz sicher nicht ändern, aber vielleicht kann ich den Wunsch unbedingt was Neues erleben zu müssen ein bisschen aus dem Zentrum rücken und wenn Ich drüber nachdenke wird es auf einmal für mich ganz erstaunlich leicht.

00:11:02: Denn Was ist es denn was mich auch reisen wirklich liebe?

00:11:06: das sind gar nicht unbedingt die neuen orte sondern dass sind viel mehr die Begegnungen Und das kann doch hier genauso sein wie unterwegs also menschen Gespräche, gemeinsam Lachen, Wärme, Herzlichkeit, Verbundenheit.

00:11:22: Und dazu muss etwas gar nicht neu spektakulär oder außergewöhnlich sein – einfach nur warm und herzlich!

00:11:29: Ein bisschen neu weil wir uns doch alle sowieso permanent wandeln.

00:11:35: Dann kann eben genau dieser ganz gewöhnliche und normale Alltag zu einem der wertvollsten und ungewöhnlichsten Momente vielleicht sogar auf der ganzen Welt werden….

00:11:45: Hier noch ein paar Reflexionsfragen für dich.

00:12:25: ohne dass du es zunächst bemerkt hast.

00:12:31: Und wann hast du zuletzt etwas Besonderes in einem eigentlich ganz gewöhnlichen Moment erlebt?

00:12:39: Und vielleicht die spannendste Frage, was würde passieren wenn du Veränderung heute weder verhinderst noch suchen müsstest?

00:12:50: So nun danke ich dir sehr herzlich fürs Zuhören!

00:12:53: Ich wünsche dir eine wundervolle Woche und sage ciao und tschüss deine Evelyn.

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