#180 Warum Zuhören mehr verändert, als wir denken

Shownotes

Wie gut hören wir eigentlich zu, wenn uns ein anderer Mensch etwas erzählt?

Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, leichter mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen. Dabei hilft mir vor allem meine Neugier: Ich möchte wissen, wer mir gegenübersitzt, was diesen Menschen bewegt, begeistert und geprägt hat.

Dabei fällt mir immer wieder auf, wie gerne Menschen erzählen – und wie selten wir manchmal wirklich nachfragen.

In dieser Folge geht es darum, was echtes Interesse und aufmerksames Zuhören verändern können. Warum wir andere besser verstehen, wenn wir ihre Erfahrungen und Sichtweisen kennen. Warum Zuhören nicht bedeutet, derselben Meinung zu sein. Und wie ein Gespräch auch unsere eigene Perspektive verändern kann.

Außerdem schauen wir auf Śravaṇa. Der Begriff stammt aus der vedantischen Tradition und bedeutet wörtlich „Hören“ oder „Zuhören“. Dort steht das Hören am Anfang eines Erkenntnisprozesses.

Eine Folge über Neugier, Fragen, Zuhören – und darüber, warum ehrliches Interesse vielleicht eines der schönsten Geschenke ist, die wir einem anderen Menschen machen können.

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00:00:00: Wir haben Samstagabend.

00:00:01: Da saß ich in einem wunderschönen, verträumten Garten mit lauter fremden Menschen.

00:00:06: Es war eine Geburtstagsfeier und ich war in diesem Kreis die Neue.

00:00:11: Ich mag solche Abende sehr Denn ich finde ja nichts spannender als neue Leute kennenzulernen Und ins Gespräch zu kommen.

00:00:21: Aber das war nicht immer so, denn ich fand es durchaus auch schwierig solche Gesprächseinstiege zu finden und so ein klein wenig mit Smalltalk zu starten.

00:00:31: Da ich das aber brauchte auf diesen vielen Begegnungen in Veranstaltungen wie ich hatte habe ich mich ran gesetzt und ganz tüchtig geübt Und inzwischen gehört es wirklich zu meiner Leidenschaft ins Gespräch zu kommen mit fremden Menschen und ganz viel zu erfahren.

00:00:46: Ja, es soll um das Zuhören gehen.

00:00:49: Svarwana heißt ein Begriff aus der indischen Philosophie den wir uns näher angucken wollen und wir wollen natürlich auch herausfinden warum das nicht nur spannend sein kann sondern was es auch für uns selbst für wertvolle Aspekte hat gut zuzuhören.

00:01:07: Also, lass uns mal loslehnen.

00:01:09: Gucken welche Öle wir brauchen?

00:01:11: Ich bin Evelyn vom Urban Yoga Bremen und ich freue mich sehr dass du eingeschaltet hast.

00:01:15: also starten wir durch!

00:01:22: Also zu Beginn meiner vielen Veranstaltung stelle ich immer so ein klein wenig bedrabbelt in der Ecke und wusste neben nicht wie ich loslegen sollte mit solchen Gesprächen.

00:01:34: richtig blöd, deswegen habe ich mir ganz viele Bücher gekauft und Workshops gemacht.

00:01:39: Und gelernt wie man sowas machen kann.

00:01:41: Und irgendwann wird es dann zu so einer Selbstverständlichkeit.

00:01:44: Es geht dabei viel weniger um eine bestimmte Technik sondern einfach eine Neugier die man in sich trägt also ich in diesem Fall in mir trage was denn für Menschen um mich herum sind größer werden zu lassen als die Unsicherheit, vielleicht auch die Unsicherung irgendwie indiskret zu sein oder ja überhaupt irgendetwas zu finden.

00:02:07: Aber das ist eigentlich sehr einfach denn es gibt immer irgendwelche Merkmale, die man findet im Außen um erstmal einen Einstieg zu finden und dann kann man vielleicht auch etwas tiefer graben.

00:02:20: Ja, denn es ist doch wirklich so spannend zu ersparen wofür jemand morgens gerne aufsteht oder welche Erfahrungen ihn oder sie geprägt haben.

00:02:29: Und immer wieder mache ich dabei auch dieselbe Erfahrung, nämlich dass Leute oder Menschen total gerne von sich erzählen.

00:02:37: Und das ist nicht unbedingt weil sie in den Mittelpunkt sich stellen möchten sondern weil Sie sich freuen wenn jemand wirklich zuhört!

00:02:44: Das ist gar nicht mal mehr so selbstverständlich.

00:02:48: Mir fällt allerdings auch auf, dass ich deutlich seltener gefragt werde als dass ich Fragen stelle.

00:02:53: Natürlich gibt es diese Begegnungen auch.

00:02:56: Es gibt Menschen, die genauso neugierig sind wie ich und für die erst ganz normal ist solche Gespräche zu führen wo alles hin- und herfließt.

00:03:05: Aber sie sind eher die Ausnahme.

00:03:08: Ja, woran liegt das?

00:03:10: Ich weiß nicht so genau aber vielleicht fehlt es Matzen auch an Übung oder vielleicht ist da auch dieselbe Unsicherheit die ich früher hatte.

00:03:18: Aber viele sind auch so sehr mit sich selbst beschäftigt, also selbst etwas Interessantes zu erzählen.

00:03:25: Dass wir ganz vergessen wie spannend die Menschen vor uns eigentlich sein könnten und das zeigt auch die Neurobissenschaft dass unsere Aufmerksamkeit in Gesprächen oft erstaunlich stark mit uns selbst beschäftig ist.

00:03:39: Wir überlegen eben was wir als nächstes sagen damit wir klug oder interessant wirken Und welche Geschichten wir gern erzählen möchten, aber welch halb zuhören.

00:03:51: Deshalb viel mehr ist als einfach nur still zu sein und was es bedeutet eben die Aufmerksamkeit bewusst auf andere Menschen zu richten das können wir auch schon in der indischen Tradition lernen.

00:04:04: Es gibt dafür einen Begriff nämlich Stravana Die Kunst des Zuhörens.

00:04:11: Also wirklich wörtfähig bedeutet Savana, was Sanskrit ist eben auch hören oder zuhören.

00:04:17: Gemeint ist jedoch mehr als das bloße Wahrnehmen der Worte.

00:04:22: Es geht um ein aufmerksames und ein offenes Zuhören mit der Bereitschaft den anderen wirklich verstehen zu wollen.

00:04:31: Und in den Upanishaden ist Savana sogar der erste Schritt auf dem Weg zu zur Erkenntnis.

00:04:40: Das strammt aus der vedantischen Tradition und Vedanta ist eine der großen philosophischen spirituellen Traditionen Indiens, und Yoga-und Vedanta haben sich schon immer gegenseitig beeinflusst und beschäftigen sich mit edelchen grundlegenden Fragen – nämlich wer bin ich?

00:05:02: Und wie entsteht unsere Wahrnehmung?

00:05:09: Während Yoga sich häufig den praktischen Weg über Körper, Arte, Meditation und Geist zuwendet steht im Vedanta besonders die Erkenntnis über die eigene Natur im Mittelpunkt.

00:05:22: Wenn wir der eigenen Natur hören dann denken wir warum sollen wir denn anderen zuhören?

00:05:26: Aber trotzdem beginnt damit alles!

00:05:29: Zuerst zuhören darüber nachdenken und schließlich das Gehörte durch eigene Erfahrungen verstehen.

00:05:38: Und vielleicht gilt das nicht nur für spirituelle Texte, vielleicht gilt es genauso für unsere Begegnungen mit Menschen.

00:05:46: Vielleicht beginnt eben auch genau dort eine echte Begegnung – nicht mit einer klugen Antwort sondern vielmehr mit einer ehrlichen Frage und der Bereitschaft der Antwort auf wirklich zuzuhören!

00:06:01: Ehrliches Interesse ist vielleicht eines der schönsten Geschenke die wir anderen machen können?

00:06:07: Denn in dem Moment können wir sagen, ich möchte wissen wer du wirklich bist.

00:06:15: Aber es gibt noch andere Aspekte als das Kennenlernen.

00:06:18: also was bringt uns das Zuhören außer vielleicht neuen Geschichten?

00:06:22: und wenn wir wirklich zuhören dann können wir doch die anderen Menschen so wahnsinnig viel besser verstehen denn ihre Erfahrungen ihre Lebenswege und ihre Sichtweisen kennen wir nicht.

00:06:33: Wenn wir nicht fragen und zuhören, können wir nur vermuten warum jemand so denkt, fühlt oder handelt.

00:06:40: Und plötzlich verstehen wir vielleicht, warum jemand ganz anders reagiert als wir es täten.

00:06:47: Warum etwas wichtig ist das für uns kaum eine Rolle spielt?

00:06:51: Oder warum eine Entscheidung die wir vielleicht erstmal gar nicht nachvollziehen können aus dieser Perspektive vollkommen logisch erscheint.

00:07:02: Aber dazu müssen wir auch nicht immer derselben Meinung sein.

00:07:05: Zuhören bedeutet nicht unbedingt zustimmen, es bedeutet zunächst einmal nur bereit zu sein die Welt für einen Moment aus einer anderen Perspektive zu betrachten nämlich aus der Perspektiven unseres Gegenübers.

00:07:20: und auch für uns selbst kann darauf etwas sehr großes entstehen.

00:07:25: im Gespräch kann man sich seine eigene Sichtweise bestätigen lassen, wenn man eine Meinung ist.

00:07:33: Das ist einfach!

00:07:34: Aber wir können genauso auch einen Impuls bekommen sie noch einmal zu überdenken oder vielleicht sie sogar zu verändern.

00:07:43: und so erfahren wir beim Zuhören nicht nur etwas über andere sondern wir können auch ganz viel Neues über uns selbst entdecken.

00:07:54: Welche Asanas können wir in dieser Woche üben?

00:07:56: Wir wollen die Aufmerksamkeit auf Schulter, Nacken und Kehle genau auf diesen Bereich lenken.

00:08:02: Denn in der indischen Energielehre hängt dieser Bereich sehr eng mit Kommunikation und Ausdruck und unserer Stimme zusammen.

00:08:11: Und gleichzeitig ist es natürlich auch der Bereich wo wir ganz besonders viel Spannung halten!

00:08:17: Also lasst uns da für Raum sorgen zum Beispiel Kuhgesicht.

00:08:23: Da möchten wir die Schulter in die Oberarme und die Brust weit werden lassen, aber auch mit anderen Schulteröffnungen hilft uns der Yoga-Gurt um für mehr Weite und Beweglichkeit zu sorgen.

00:08:36: Mit Anahata Asana haben wir eine weitere intensive Öffnung für Schultern, Achseln und Brustkorb.

00:08:43: Hals und Kehle werden hier auch weit gemacht.

00:08:47: Außerdem wollen wir ganz viel sanfter Mobilisation für Hals- und Nacken machen, mit Seitneigung, Drehung und all diesen Dingen die einfach dieser Zone unseres Körpers gut tun.

00:09:00: Als ätherisches Öl habe ich Sperment genommen.

00:09:03: also Spermen steht auf jeden Fall für den Ausdruck und für eine gute Kommunikation.

00:09:09: das passt doch so prima zu unserem Thema die eigene Stimme zu nutzen und gleichzeitig offen für das zu bleiben Was andere uns erzählen?

00:09:18: Ja, mein ganz persönliches Resilmee.

00:09:21: Bist du eigentlich schwul?

00:09:23: Das war die Frage einer sehr guten Freundin an jemand aus unserem Team auf einem Event.

00:09:28: Puh!

00:09:28: Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken.

00:09:32: Wie kann man denn so was Persönliches fragen, dachte ich.

00:09:36: Ja das war für mich schon im Alter von zehn Jahren klar.

00:09:39: So unaufgeregt kamen die Antwort und ich war damals total erstaunt.

00:09:44: Ja und auch heute würde ich vermutlich niemandem eine so persönliche Frage stellen, doch ich habe gelernt dass sich durchaus ein bisschen mutiger sein darf wenn nicht Menschen wirklich kennenlernen möchte.

00:09:56: Natürlich gehört Gespür dazu für mein Gegenüber für den Moment und wo eine Grenze liegen könnte denn indiskret oder übergriffig will natürlich auf gar keinen Fall sein.

00:10:08: aber ganz vieles möchte auch erzählt werden und gehört werden.

00:10:14: Zu einem guten Gespräch gehört für mich genauso auch von mir selbst zu erzählen, denn ich will natürlich nicht dass es sich wie ein Interview anfühlt und ich will auch niemanden so ausfragen.

00:10:24: Ich teile schon gerne meine Geschichtenerfahrungen und Dinge die mich bewegen aber grundsätzlich kenne ich die Geschichte natürlich meiner eigenen und deshalb freue ich mich ganz besonders auf den neuen dem ja andere Menschen erzählen.

00:10:39: Ja hier noch ein paar Reflektionsfragen für dich.

00:10:44: Wann hast du zuletzt einen Menschen gefragt, weil ich die Antwort wirklich interessiert hatte?

00:10:52: Und gibt es Fragen, die du gern stellen würdest – dich aber nicht zu Stellen traust.

00:11:01: Was hält dich davon ab Zurückhaltung, Unsicherheit oder die Sorge persönlich zu werden?

00:11:10: und wie fühlt es sich für dich an wenn jemand echtes Interesse an dir und deiner Geschichte zeigt?

00:11:19: Fragst du in Gesprächen gerne nach oder wartest du eher darauf, selbst etwas erzählen zu können?

00:11:28: Und woran merkst du das?

00:11:29: eine Frage zu persönlich werden könnte.

00:11:34: Welche Geschichte eines anderen Menschen ist dir bis heute im Gedächtnis geblieben?

00:11:44: Das waren die Reflektionsfragen und der Block in dieser Woche oder der Podcast.

00:11:48: Ich freue mich natürlich wie immer dass du bis zum Schluss zugehört hast Und vielleicht sehen wir uns im Urban Yoga Bremen auf der Matte.

00:11:56: Gleichzeitig möchte ich dir nochmal eine neue Reihe hier in diesem Podcast vorstellen, sie heißt Leben und Lieben und das sind so ganz kurze Snacks von maximal zwei Minuten eben abseits vom Yoga und innerhalb des ganzen großen Bereichs unseres Lebens- und der Liebe Gedanken die aus mir herauskommen wollen.

00:12:17: Falls du Lust hast, schau einfach hier in diesem Podcast nach.

00:12:21: Da findest du die erste Episode und viele weitere werden in Kürze folgen.

00:12:26: So nun sage ich endgültig tschüss bis bald deine Evelyn.

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