#177 Wem muss ich eigentlich gefallen?
Shownotes
Diese Folge beginnt an einem Abend am Europahafen. Ich sitze mit Freunden bis spät in die Nacht, wir schauen Fußball – das Spiel selbst interessiert mich kaum. Aber irgendwann stelle ich meiner Freundin eine Frage: Wie fühlt es sich wohl an, von tausenden Menschen angefeuert zu werden? Und wie fühlt es sich an, als Torwart daneben zu greifen – und eine ganze Nation zu enttäuschen?
Ausgehend von dieser Frage und dem Buch „Du musst nicht von allen gemocht werden" nehme ich dich mit zu einer alten Unterscheidung aus der Bhagavad Gita: Rajas, die Kraft, die nach Anerkennung sucht. Und Sattva, die Klarheit, die aus sich selbst heraus handelt.
Du erfährst, was das Prinzip der Aufgabentrennung damit zu tun hat, warum Vairagya – das Loslassen – im Yoga Sutra eine eigene Übung ist, und warum bei mir ausgerechnet ein Paar Glitzerschuhe zum kleinen Symbol dafür geworden ist.
Vielleicht nimmst du eine Frage mit: Wo handelst du gerade für dich – und wo für die anderen?
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00:00:01: Es ist immer noch Fußball, WM.
00:00:02: Und am Samstag habe ich bis spät in die Nacht hier im Europahafen gesessen bei uns in Bremen.
00:00:07: Dort ist eine riesige Leinwand aufgebaut und wir haben mit Freunden diese WM geschaut.
00:00:14: das Spiel war Norwegen gegen England.
00:00:19: Also was auf dem Rasen tatsächlich passiert?
00:00:21: Wo der Ball hin und her fliegt, in welches Tor er fällt.
00:00:24: Es ist für mich gar nicht mal so relevant aber plötzlich tauchte mir eine Frage auf und ich habe eine Freundin gefragt Was glaubst du wohl?
00:00:32: Was das für ein Gefühl ist von so vielen Menschen angefeuert zu werden also auf dem rasen zu stehen und Tausend Stimmen die einen anfeuern Ein Tor zu schießen zum Beispiel.
00:00:44: Aber natürlich gibt es auch eine Kerbeseite, wie zum Beispiel einen Torwart der dann da neben greift und vielleicht das Gefühl hat von kompletten Versagen und eine ganze Nation enttäuscht zu haben.
00:00:58: In beiden Fällen geht es natürlich um eine äußere Wahrnehmung oder eben auch um Anerkennung.
00:01:07: Das sollte sein das Thema in dieser Woche.
00:01:10: Also, wem muss ich eigentlich gefallen und wie gehe ich mit diesem Teeber im ganz normalen Alltag und auf der Yoga-Batte um?
00:01:20: Ich bin Evelyn, Gründerin des Urban Yoga Brems.
00:01:23: Findest du wieder superklasse das du eingeschaltet hast?
00:01:26: Vielleicht bist du auch zum ersten Mal hier gelandet!
00:01:28: Das würde mich sehr freuen.
00:01:29: es geht immer um Yoga im ganz normalen Alter, ganz normalem Leben.
00:01:34: was können wir da rausziehen und vielleicht das ein oder andere für uns freutvoller zu gestalten.
00:01:40: So genug geredet, es geht los hat viel Spaß beim Zuhören und wir starten die Bahnen von Anerkennung oder eben auch nicht an Erkennung.
00:01:58: alles entscheidet so oft über unsere auch vielleicht eigene Bewertung und das eigene Empfinden bleibt dann dahinter.
00:02:08: Manchmal sind wir getrieben von dieser Anerkennung, da hast du vielleicht die Freiheit in deinem Handeln und deine eigene Erdeutung dem Ganzen zugemessen.
00:02:21: Vielleicht kennst Du das Buch?
00:02:22: Du musst nicht von allen gebocht werden!
00:02:24: Da geht es genau um dieses Thema und einige Stellen finde ich wirklich sehr gut nachvollziehbar.
00:02:30: Also lass uns mal gucken worum es geht in diesem Buch.
00:02:33: Also, es geht um eine Aufgabe drin und mit dem Hinweis darauf das ist zum Beispiel gar nicht eben meine Aufgabe ist mich so zu verhalten dass mich alle mögen, loben oder gut heißen sondern es ist nur meine Aufgabe das Beste für mich zu geben was meinen Werten entspricht.
00:02:53: alles andere muss ich den anderen überlassen.
00:02:57: Das ist ein spannendes Prinzip von dem Psycholog Alfred Adler auf der diesen Prinzip ist das Buch aufgebaut.
00:03:04: Also diese Aufgabentrennung, was jemand von mir hält ist eben nicht meine Aufgabe.
00:03:10: Das liegt bei ihr oder bei ihm und meine Aufgabe ist nur wie ich handle.
00:03:15: Und das kann natürlich enorm entlasten!
00:03:18: Nicht wann wir plötzlich egal wird, was alle anderen über mich denken aber ich mir einpräge und aufhöre etwas zu kontrollieren, was ohnehin nicht in meiner Hand.
00:03:29: Natürlich wenn mich es allen recht machen will mache ich's natürlich irgendwie auch niemandem recht wenn die einen mögen das, die anderen mögen dass und deswegen geht es nur darum.
00:03:38: Dass ich so handle, dass für mich richtig ist.
00:03:43: Ja gucken wir doch mal was wir im Yoga für Impulse finden?
00:03:46: Und es gibt ja etwas in der Bhagavad Gita.
00:03:49: Dort wird von drei Kräften gesprochen, die alles durchziehen eben auch unser Handeln.
00:03:55: Und zwei davon Rajas und Satva.
00:03:58: Und Rajas ist die Kraft der Unruhe.
00:04:02: Also wir handeln in diesem Aspekt heraus, dass wir Applaus und Anerkennung bekommen nach diesem guten Gefühl gesehen zu werden.
00:04:13: Und das kann mich durchaus auch antreiben und motivieren aber es macht mich eben auch abhängig von dem was das Außen im Meer sieht oder dass es mich überhaupt sieht und dass ich diesen Applaus Und das ist die Klarheit.
00:04:33: Das Handeln kommt eben aus einer inneren Ruhe und nicht aus dem Bedürfnis heraus gemocht zu werden, ich tue etwas weil es richtig ist – und nicht weil es gut ankommt!
00:04:47: Und das Richtig ist natürlich immer aus meiner Betrachtung, aus meiner Perspektive.
00:04:53: Ja, die Frage ist nun nur wie können wir das denn üben?
00:04:58: Yoga Sutra finden wir wieder zwei Säulen, die wir im Runde auf alles übertragen können.
00:05:04: Das eine ist abhyasa das heißt es ständige Übung.
00:05:06: Wir müssen etwas ständig üben.
00:05:08: Es nützt nichts.
00:05:08: wenn wir es einmal machen dann bringt es nicht sondern es geht einfach um einen beständigen Prozess und zwar den prozess des loslassen's weiter hier und ich weiß dass hat schon so ein langen bat.
00:05:21: aber Gucken wir nochmal eben genau unter diesem Aspekt und das ist loslassen an.
00:05:27: Wir wollen also nicht vom Tun los lassen, aber plötzlich gar nichts mehr machen sondern von dem was wir uns durch das tun erhoffen Lob Anerkennung Und eben dieses Gefühl gesehen zu werden.
00:05:39: Also weil Ragiya es nicht aufhören etwas zu wollen.
00:05:43: Aber der Antrieb in uns etwas zu finden Etwas zu tut etwas zu machen Ist einfach ein anderer.
00:05:51: Wir haben diesen Griff von außen gelockert und können das mit Hingabe tun, was wir für richtig halten.
00:06:00: Also wir lassen los dass das was wir tun vom Außen beurteilt und eben möglichst auch anerkannt wird.
00:06:09: Und das kann man nicht nur so theoretisch erdenken, sich überlegen wie das gehen könnte sondern es müssen immer wieder tun!
00:06:17: Das können wir natürlich in allen Bereichen unseres Lebens tun und nur selbstverständlich auch auf der Matte.
00:06:24: Und das heißt, wir gehen in eine Haltung ohne uns eben in diesen Vergleich zu geben, begeben – ohne mindestens genauso tief zu kommen wie unsere Nachbarin damit wir vielleicht einen Applaus bekommen, wie toll wir das machen!
00:06:37: Auch wenn etwas nicht gelingt dann müssen wir uns dafür nicht schlecht fühlen oder uns irgendwie entschuldigen sondern wir fangen einfach wieder von vorne an und machen es neu denn niemand bewertet meine Praxis, außer ich selbst.
00:06:51: Und selbst das ist manchmal schon viel zu viel.
00:06:54: Sollten wir nicht eigentlich immer nur nach innen blicken und spüren wie fühlt sich das gerade an?
00:07:00: Und nicht wie es mein äußeres Bild... Das hatten wir letzte Woche auch schon betrachtet!
00:07:05: ...und dass immer, immer wieder Atemzug für Atemzug Haltung für Haltung.
00:07:11: Es ist also kein Zuschauen den ich einmal erreiche und dann habe vielleicht wird's leichter Bestimmt, mit jedem mal üben wird es leichter.
00:07:20: Aber trotz alledem sollten wir uns erinnern das beständiges Üben einfach die beste Möglichkeit ist.
00:07:28: Ja und wo begegnet mir dieses Thema?
00:07:30: im Alltag?
00:07:30: Vielleicht noch viel mehr als auf der Matte!
00:07:34: Und ein ganz winziges Beispiel und vielleicht auch total banal und unwichtig ist unsere Kleidung.
00:07:41: also wenn ich etwas anziehe frage ich mich dann gefällt es den anderen?
00:07:45: sehe ich für die anderen darin gut aus?
00:07:48: Oder frage ich, fühle ich mich gut darin und fühl' ich mich schön und schick damit.
00:07:52: Und gefällt es
00:07:53: mir?".
00:07:54: Ich trage meistens was mir gefällt!
00:07:57: Die Glitzerschuhe, wenn wir danach erst kommen raus aus dem Schran, weil wer nicht gut drin laufen kann um mich auch gut fühle, warum
00:08:03: nicht?!
00:08:04: Und ich weiß ganz genau dass einige meiner Freunde das ganz schlimm fitzen, wenn ich solche Glitzerschuhe trage aber ist mir doch dann mal egal und das finde ich als sehr große Befreiung Denn die schlichten brauen Sneaker würden mir wahrscheinlich so ein Okay von außen geben, unauffällig.
00:08:20: sicher niemand ranzelt die Schirren.
00:08:22: Aber ich liebe nur mal den Glitzer und ich frage mich warum mich eigentlich auch öfter?
00:08:28: Und auch zu Gelegenheiten wo es eigentlich gar nicht glittery zugeht.
00:08:32: aber wie vielen von uns geht es womöglich anders herum?
00:08:37: Dann entscheiden sie sich vielleicht für die brauen sneaker um weniger aufzufallen, um sich anzupassen in der Gruppe zu sein und vielleicht gesagt zu bekommen du hast aber einen schönen schlichten Schuh.
00:08:48: An der es bestimmt total bequem oder was auch immer.
00:08:51: also Kleidung ist auf jeden Fall so ein ganz winziger und vielleicht auch wie gesagt ganz unwichtiger Schritt.
00:08:57: Vielleicht gibt es aber für dich etwas anderes wo du dich anpasst um Lob und Anerkennung zu bekommen Und nicht das Toast, wo du nach dir gerade ist.
00:09:06: Auch wenn es noch so verrückt bist und du vielleicht auch schon viel zu alt bist für dies oder jenes.
00:09:13: Achso!
00:09:14: Dass du dich in dem Moment für Dich entscheidest – und nicht für die Meinung der Anderen.
00:09:21: Als Assanas habe ich in dieser Woche viele Hüftöffner mitgebracht, denn dort halten wir oft fest was uns klein macht weil es eben da drin so lange rumschmurgelt und das darf jetzt einfach mal weggehen.
00:09:31: Sowas wie wildes Ding oder Enkel to knee oder happy baby Taube und auch die gebundene Winkelhaltung.
00:09:38: all das darf dabei sein.
00:09:40: Und die ätherischen Öne die uns unterstützen sind Clarissage, Cypress, Bergamot und Wild Orange.
00:09:46: Alles Öle die ich ganz häufig benutze und die dir hoffentlich auch gefallen und ein schönes Aroma verschrömmen.
00:09:53: Bist du?
00:09:54: Da ist sie schon wieder!
00:09:55: Ich möchte da sich etwas aussuchen was dir gefällt und mir gefällt es also nehmen wir das selbst.
00:10:02: Ja mein ganz persönliches Resümee Die Glitzeschuhe sind sicherlich nur ein Anfang und ich übe ständig neu mich zu fragen ob ich gerade aus mir selbst heraus handle oder weil ich hoffe, dass es ankommt.
00:10:19: Meistens ist es ganz leise im kleinen Alltagsentscheidung und je öfter ich mich dabei ertappe desto leichter fällt es mir den Griff zu lockern.
00:10:29: Ich auf einmal aber Stück für Stück.
00:10:32: Und natürlich gibt es auch einige Menschen die nicht immer ganz besonders gern gefallen möchte.
00:10:37: Aber... ...es ist dann wirklich aus dem Grund der Anerkennung heraus?
00:10:41: Ich glaube nein sondern einfach für jemanden schön sein zu wollen und mich selbst auch schön zu fühlen.
00:10:47: In den Dingen, die ich trage, die Ich mache, die Ich tue – das ist doch eigentlich eine gute Kombination.
00:10:54: Und bei Lager dieses Loslassen dessen, dass ich nach Applaus mich sehne, dass es mir gesehen wird von Möchlichs vielen und allen….
00:11:04: Das ist eben ein beständiger Prozess!
00:11:07: Eine Übung, die immer wieder neu beginnt Egal in welchem Bereich, ob nun auf der Matte oder in der Kleidung.
00:11:14: Oder auch in meiner Arbeit.
00:11:16: Entsetzen Sie Saga?
00:11:17: Oder eben auch nicht Saga!
00:11:19: Und vielleicht ist genau das die Freiheit von der auch das Buch spricht.
00:11:24: Nicht die Meinung andere loszuwerden sondern aufzuhören meinen eigenen Wert davon abhängig zu machen.
00:11:33: und hier habe ich doch wieder ein paar Reflexionsfragen für den wo handel ich gerade um gemocht zu werden und wo aus mir selbst heraus?
00:11:43: Und was würde sich ändern, wenn mir die Meinung anderer für eine Entscheidung egal wäre?
00:11:50: Wann habe ich zuletzt etwas getan das nicht bei allen gut ankam und trotzdem für mich richtig und wichtig war.
00:11:58: Was ist meine Aufgabe?
00:12:00: Und was liegt eigentlich beim... So ich hoffe es war der ein oder andere Impuls für dich dabei und wünsche ich dir eine ganz wunderbare WM Woche!
00:12:12: Vielleicht hast du gar keine Lust, Fußball zu gucken.
00:12:14: Aber guckst so am Rande was da passiert und wir hören uns dann in der nächsten Woche wieder.
00:12:20: Danke, tschau und tschüss!
00:12:22: Deine Evelyn.
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